Johannes Brahms (1833–1897): Liebeslieder. Walzer op. 52
Auf Wunsch von Freunden und seines Verlegers schuf Brahms 1869 diese Sammlung von Liedern der Liebe im Stile der Wiener Walzer- und Ländlerseligkeit. Die Texte fand er in einer Sammlung von Georg Friedrich Daumer (1800–1875), für die Besetzung wählte er Gesangsstimmen und Klavier zu vier Händen. Die Sammlung war für das seinerzeit in bürgerlichen Kreisen weit verbreitete häusliche Musizieren gedacht, der Verleger versprach sich einen Verkaufsschlager. So volkstümlich, wie diese Lieder auch daherkamen, Brahms führte sie mit gesuchter Finesse und höchster kompositorischer Meisterschaft aus. Hinreißend zarte, kleine und liebenswerte Lieder reihen sich in lockerer Folge aneinander, zärtlich vorüberhuschend. Der Komponist schrieb dem Verleger: „Übrigens möchte ich doch riskieren, ein Esel zu heißen, wenn unsere Liebeslieder nicht einigen Leuten Freude machen.“ Diese Erwartung erfüllte sich in reichem Maße, bis heute.
Carl Orff (1895–1982): Carmina Burana
1934 stieß der Münchner Carl Orff im bayerischen Kloster Benediktbeuern auf eine dort im 13. Jahrhundert auf Pergament geschriebene und gebundene Sammlung von 254 Liedern und Dramentexten in mittellateinischer, mittelhochdeutscher und altfranzösischer Sprache. Es sind Texte voll prallen Lebens. Da geht es um die Religion, um Politik und Krieg, um den Frühling, immer wieder um die Liebe, um das Leben im fahrenden Volk, um derb-fröhliches Saufen in geselliger Runde und anderes mehr. Orff formte sich aus der Sammlung ein Libretto für die große Kantate Carmina Burana, die Beurischen Gesänge, Gesänge aus dem genannten Kloster eben. Und so kam mit Orffʼscher Wucht und rhythmischer Strahlkraft eines der meistgesungenen Chorwerke aller Zeiten in die Welt. Heute erklingt es hier im Konzert in einer von Orff autorisierten Fassung für Soli, Chor, Kinderchor und zwei Klaviere nebst vielen Schlaginstrumenten.
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